Der »Einheit« ist um die Zukunft nicht bange Echzell (arc).

Seit sieben Generationen bringt der Gesangverein »Einheit« 1835 Echzell die Musik in die Familien und die Gemeinde. Schaut man sich die vielen jungen Gesichter im Chor an, wird es auch in kommenden Generationen so weitergehen. Mit seinen 175 Jahren ist er der älteste Verein in der Kommune und einer der ältesten Chöre im weiten Umkreis. Den Auftakt zu den Feierlichkeiten im Jubeljahr war der Kommersabend am Samstag in der Horlofftalhalle. Vor zehn Jahren stießen elf Damen zum »Männerchor« und riefen damit den gemischten Chor ins Leben. Dafür wurden die »Gründungsmitglieder« von Holger Schultheiß (l.) und Günther Herzberger geehrt. Befreundete Vereine hatten sich eingefunden, dem Geburtstagskind Ständchen zu bringen und damit die Feier zu verschönern. Der Musikverein Echzell eröffnete unter Leitung von Andreas Heil den Abend, der von Ira Jägers moderiert wurde. Auch die Chöre der »Eintracht« Bingenheim unter dem Dirigat von Klaus Rühl und das gemeinsame Ensemble des Singkreises der Landfrauen Echzell und des Gesangvereins »Liederkranz« Gettenau unter Leitung von Monika Lies trugen mit ihren Darbietungen zu einem kurzweiligen Programm bei. Seit 60 Jahren hält Georg Heinrich Steffan der »Einheit« Echzell als Sänger die Treue. Für dieses Engagement ehrten ihn der Deutsche Chorverband sowie der Hessische Sängerbund mit Ehrenurkunden. In all diesen Jahren war Steffan jedoch nicht nur als Sänger aktiv, sondern auch im Vorstand und übernahm zeitweise auch das Amt des zweiten Vorsitzenden. Außerdem war der Jubilar einer von denen, die in der Nachkriegszeit halfen, den Verein wieder aufzubauen, hob Laudator Günther Herzberger hervor. Vor 25 Jahren zog der Sänger Norbert Mohn nach Echzell und »ergriff sogleich die Initiative im örtlichen Gesangverein«, wie Herzberger bemerkte. Für diese noch immer andauernde Initiative ehrte der Hessische Sängerbund Mohn mit der silbernen Ehrennadel. Eine kleinere, aber für die »Einheit« durchaus wichtige Ehrung nahm sie in ihrem eigenen Namen vor. Denn vor 10 Jahren beschloss der damalige Männerchor, seine Reihen auch für Frauen zu öffnen und einen gemischten Chor ins Leben zu rufen. Rückblickend sei es die absolut richtige Entscheidung gewesen, die zu einer Erfolgsgeschichte führte, sagte Herzberger. Er ehrte die Damen, die damals als erste zur »Einheit« kamen und bis heute aktiv geblieben sind. Dies waren: Ingrid Hintze, Wilma Kapeller, Gertrud Mogk, Margret Noll, Christiane Stiefel geb. Noll, Hella Scharf, Rosemarie Suppus, Astrid Schultheiß, Christel Reitz, Inge Lehnert und Sabine Schubert geb. Spengler  die heutige Vorsitzende. Günther Herzberger, Vorsitzender des Niddatal Sängerbundes, überbrachte auch die Glückwünsche des Hessischen Sängerbundes. Der Jubelverein habe in der Vergangenheit viel bewegt und tue dies noch heute. Auch richteten viele andere Chöre der Wetterau stets ein Auge auf Echzell, was dort geschehe. Diese Vorbildfunktion liege sicher auch an den hervorragenden Chorleitern, die hier mit den Sängern arbeiteten, sagte Herzberger. Der zweite Vorsitzende Holger Schultheiß fasste sich in seinem Grußwort kurz. Musik halte gesund, man sehe es an den Mitgliedern des Gesangvereins »Einheit«. Bürgermeister Dieter Müller schloss sich dem an und fügte an, dass Musik nicht nur gesund halte, sondern erwiesener Maßen auch intelligenter mache. Der Gesang sei ein Grundbedürfnis des Menschen und gerade in der heutigen hektischen Welt bilde er die seelische Balance. Martina Schild überbrachte die Glückwünsche der Gemeindevertretung bevor sich die Grußworte der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und der Ortsvereine anschlossen. Einen kleinen Rückblick in Bildern auf die Geschichte des »Männerchors« moderierte bezeichnenderweise eine junge Dame: Natalie Stoll. Unter dem Motto »Musik, Sprache der Welt« hatte Chorleiter Jörg Welker eine Präsentation vorbereitet, die zeigte, wie vielsprachig der Chorgesang heute ist. Von Englisch, Spanisch Latein, Französisch und Serbokroatisch spannte sich der Bogen bis zur afrikanischen Zulusprache. Schließlich hatte Welker seine Sänger vor laufender Kamera interviewt, warum sie gerne zur »Einheit« gehören. Da waren sich die Vokalisten einig und nannten immer wieder den »Spaß an der Musik« und die »Gemeinschaft«. Das Finale des Abends bildete ein A-cappella-Ensemble, das eigentlich gar keines ist, ja noch nicht einmal singen kann. Es traut sich trotzdem immer wieder auf die Bühne, vergisst jedoch nicht, das Publikum vorher zu warnen. Mit dem Auftritt der Gruppe »Die Schebbsingers«, die davon träumten, einmal im Jubelchor mitsingen zu dürfen, endete nach zwei kurzweiligen Stunden der Kommersabend. WZ vom 21. Juni 2010


BILDER (Anja Stoll)

Kommersabend zum 175jährigen Vereinsjubiläum

  Das Moderations-Trio

(Jörg, Natalie u. Ira)


              

                                                                           Unsere Einheit Echzell

Chorleiter Jörg

Ehrungen 

 Georg-Heinrich Steffan und Norbert Mohn, 2. Vorsitzender Holger Schultheiss

1. Damen in der Männerdomäne Einheit Echzell

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